Bürgerstiftung Tecklenburger Land
Wir helfen Menschen in Not.

Ibbenbürener Volkszeitung vom 19.04.2018

Nun steht alles auf Neuanfang

Spendenaktion von Bürgerstiftung Tecklenburger Land und Stadt für Brandopfer erbringt 23 490 Euro

von Linda Braunschweig
IBBENBÜREN - 23 490 Euro von 245 Spendern – das ist das Ergebnis der Spendenaktion für die Opfer des Großbrandes am 16. März. Vier Wochen ist der verheerende Abend nun her, seitdem haben die Betroffenen bei Freunden und Familie gewohnt und nach einer neuen Bleibe gesucht. Am Dienstagabend kamen sie im Rathaus wieder zusammen, um die Spenden entgegenzunehmen. Dort wurden sie von Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, Andrea Seidel und Gerhard Neumann vom Fachdienst Recht und Ordnung sowie von Anke Rieping und Harald Kuschel von der Bürgerstiftung Tecklenburger Land empfangen.

Die Bürgerstiftung hatte gemeinsam mit der Stadt zu der Spendenaktion aufgerufen. Die Idee dazu hatte Werner Dirkes, Mitglied der Bürgerstiftung, geliefert. Fünf Haushalte mit sieben Personen haben bei dem Brand den größten Teil ihres Hab und Guts oder sogar alles verloren. Jeder Betroffene erhält nun 3300 Euro aus der Spendenaktion für den Neuanfang.

Überwältigt zeigten sich die ehemaligen Bewohner des Hauses an der Mauritiuskirche von der großen Hilfsbereitschaft. Er habe zahlreich Hilfsangebote erhalten, berichtet Jörg Quindt. Auch Gerhard Hörer, der seine Lebensgefährtin Sabine Schöneich und deren Sohn Sascha nach dem Brand bei sich aufnahm, erzählt, dass sich in seiner Wohnung plötzlich zahlreiche gespendete Dinge türmten. Und dennoch: Vier Wochen reichen bei Weitem nicht aus, um das Geschehen zu verarbeiten. „Immer wenn man dort vorbeifährt, hat man die Bilder wieder vor Augen“, sagt Sascha Schöneich und seine Mutter ergänzt: „Ich träume nachts davon.“ Zu akzeptieren, dass nun ein völliger Neuanfang anstehe, sei schwer. Bis heute habe sie „noch nicht ganz verstanden, was uns da passiert ist“.
Die Erleichterung darüber, dass in jener Nacht nicht noch Schlimmeres geschah, äußerte Bürgermeister Schrameyer bei dem Treffen: „Schön, dass Sie alle hier sind.“ So schlimm alles gewesen sei, hätten die Bewohner doch auch Glück gehabt. Die große Hilfsbereitschaft zeige, so Schrameyer, „dass die sozialen Strukturen greifen“. Die Spendenaktion sei eine „spontane und tolle Idee“ gewesen, so Andrea Seidel, die die Brandopfer von der ersten Stunde an begleitete und mit ihnen intensiv nach Wohnungen suchte. Zwei Betroffenen fehlt noch eine neue Bleibe. Sie suchen weiter nach einer kleinen Wohnung.

Auch Anke Rieping, Vorsitzende der Bürgerstiftung, ist von dem Ergebnis der Spendenaktion begeistert. „Es zeigt, wie tief die Menschen hier verwurzelt sind. Alle, die gespendet haben, können nachvollziehen, wie es Ihnen geht.“ Und vielleicht sei es ja ein kleiner Trost, dass so viele Anteil genommen hätten.
Die Spenden seien zunächst nur langsam geflossen, aber nach wenigen Tagen stark angestiegen, berichtete Kuschel. Die höchste Einzelspende lag bei 3000 Euro. Die Betroffenen erhalten das Geld in diesen Tagen per Überweisung. Es wird unter anderem in Elektrogeräte, Einrichtungsgegenstände oder Kleidung fließen. Anderes geht auch ohne Geld: Die zerstörte „Bayern-Arena“ der Schöneichs hat der Verein ersetzt. „Ich habe dem FC Bayern berichtet, was passiert ist und sie haben eine ganze Kiste mit Deko-Sachen geschickt“, berichtet Gerhard Hörer.

»Ich träume nachts davon.«
Sabine Schöneich

Großbrand:
Vier Wochen ist es her, dass die Flammen aus dem Wohn- und Geschäftshaus an der Mauritiuskirche schlugen. Gegen 18.10 Uhr war die Feuerwehr am 16. März alarmiert worden. Trotz der groß angelegten Löscharbeiten griff das Feuer auf nahezu den gesamten Gebäudekomplex über und zerstörte große Teile davon komplett. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren vor Ort. 15 Menschen mussten evakuiert werden.


 

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