PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 05.10.2017

Für einen guten Start in der Schule

SkF plant neues Kooperationsprojekt mit Bürgerstiftung

von Cornelia Ruholl

IBBENBÜREN. Wenn Kinder in die Schule kommen, soll’s richtig losgehen mit dem Lernen. Aber was müssen die Schulanfänger nicht alles schon können, damit sie in der Schule einen guten Start haben?! Der Umgang mit Schere und Stift, das Nachmalen von Bildern und Symbolen oder das Unterscheiden von Formen und Farben sind da nur einige wenige Beispiele.

Basiskompetenzen nennen die Pädagogen das. Auch das Einhalten von Regeln. „Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass es immer mehr Kindern an den nötigen Vorläuferfähigkeiten fehlt“, sagt Ursula Beyer. Die Diplom-Sozialpädagogin und Lernbegleiterin ist hauptamtliche Mitarbeiterin beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und leitet das Projekt „Wir für Kinder“, ein Kooperationsprojekt der Bürgerstiftung Tecklenburger Land mit dem SkF. Sie will „Wir für Kinder“ nun mit einem Tochterprojekt ergänzen, das sich gezielt an Kinder im letzten Kita-Jahr wendet. „Stark in die Schule“ ist ein vorläufiger Arbeitstitel für dieses neue Projekt, das analog zum Projekt „Wir für Kinder“ mit ehrenamtlichen Kräften arbeitet, die für zwei bis fünf Stunden wöchentlich eine Begleitung übernehmen. „Uns geht es dabei nicht um Kinder, die einen erhöhten Förderbedarf haben, nicht um mögliche Förderschüler“, erläutert Ursula Beyer. Vielmehr gehe es um die Kinder, die aus ganz unterschiedlichen Gründen den Anforderungen der ersten Klasse noch nicht gewachsen sind. „Das liegt unter anderem auch daran, dass der Altersunterschied von Erstklässlern groß ist. Da sind Fünfjährige ebenso wie Siebenjährige.“ Und auch gesellschaftliche Veränderungen und Anforderungen spielen eine wichtige Rolle. „Und zudem verläuft die Entwicklung bei Kindern sehr unterschiedlich, auch bei Jungen und Mädchen“, so die Sozialpädagogin.

Das neue Projekt will den Kindern, die bei den nötigen Basiskompetenzen noch ein Quäntchen Übung brauchen, zu einem guten Start in der Schule verhelfen.

Um die nötigen Vorläuferfähigkeiten zu erwerben, sind alle Spielformen geeignet. „Im Spiel, zum Beispiel bei Sinneserfahrungsspielen, Sprachspielen oder Experimentierspielen, lernen Kinder aus eigenem Antrieb heraus, mit Spaß, über Versuch und Irrtum, aber ohne Versagensängste“, sagt Ursula Beyer. Und: „Gerade Kinder mit Entwicklungsrückständen brauchen zusätzliche Anregung, Übung, Ermutigung und Begleitung.“ Das neue Projekt „Stark in die Schule“ will eine Einzelbegleitung ermöglichen, die die Erzieher in den Einrichtungen personell gar nicht leisten könnten. In enger Zusammenarbeit mit der hauptamtlichen Fachkraft der jeweiligen Einrichtung könnten Rückstände in Teilbereichen aufgeholt werden oder mitgeholfen werden, sie zu verhindern.

Das Projekt „Stark in die Schule“ ist wie „Wir für Kinder“ ein Präventionsprojekt. „Wir für Kinder“ arbeitet schon seit sieben Jahren erfolgreich, 72 ehrenamtliche Coaches engagieren sich hier, und die Zahl der Kooperationspartner ist inzwischen auf zwölf Grundschulen und vier Familienzentren im gesamten Tecklenburger Land gestiegen. „Die Paten sind mit so viel Freude und Herzblut im Einsatz!“ freut sich Ursula Beyer. Sie fördern zum Beispiel die Sprach- und Lesekompetenz von Kindern, arbeiten Schulstoff nach, helfen bei den Hausaufgaben oder fördern die ganzheitliche Erfahrung beim Basteln, Spielen, Werken oder Musizieren in speziellen Förderangeboten.

„Wir verstehen Bildung und Betreuung von Kindern als Aufgabe der ganzen Gesellschaft. “

Ursula Beyer

Damit es bald losgehen kann mit den neuen Tochterprojekt von „Wir für Kinder“, sucht der SkF jetzt Ehrenamtliche, die Interesse haben, sich in Familienzentren zu engagieren. Ursula Beyer führt mit jedem Interessenten ein ausführliches Einzelgespräch, in dem Wünsche, Vorstellungen und Kompetenzen besprochen werden.

Nach einer Auswahl von geeigneten Personen werden diese dann in einem 40 Unterrichtsstunden umfassenden Kursus in Kooperation mit der Familienbildungsstätte geschult und auf ihre Aufgabe vorbereitet. Der Qualifizierungskursus schließt mit einem Zertifikat ab.

Mitte Januar beginnt wieder ein Qualifizierungskurs für Ehrenamtliche. Die Kurse vermitteln pädagogische Grundlagen und dienen dem Kennenlernen. Zu den Inhalten des Kurses gehören Themen wie: Grundlagen der Kommunikation mit Kindern, Entwicklungsstufen der Kindheit, Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Umgang mit Aggression.

Alle vier Wochen organisiert Ursula Beyer für die Ehrenamtlichen von „Wir für Kinder“ und „Stark in die Schule“ ein Gruppentreffen zum Erfahrungsaustausch und für weiterführende Schulungseinheiten. | Interessierte können sich melden bei Ursula Beyer, (SkF) unter ☎05451/ 968616, oder per E-Mail an die Adresse beyer@skf-ibbenbueren.de.

SkF sucht Ehrenamtliche für neues Projekt

Bilder


Klicken Sie auf ein Bild.
Foto: Cornelia Ruholl