PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 10.08.2007

Diese Projekte sind keine Eintagsfliegen

PSD BankWestfalen Lippe fördert Bürgerstiftungen

von Sabine Plake

MÜNSTER/TECKLENBURGER LAND. Weil sie mit ihren Netzwerken wissen, wo die Not am größten ist, deswegen unterstützt die PSD Bank Westfalen-Lippe seit diesem Jahr Bürgerstiftungen in der Region. Gewinner der erstmals ausgeschütteten Fördergelder ist die Bürgerstiftung Tecklenburger Land für Mitmenschen in Not. Sie bekommt von der PSD Bank 20 000 Euro für ihr Projekt „Alt für jung und jung für alt“ (wir berichteten). Damit gehört es zu den drei besonders herausragenden Projekten, die die Jury – bestehend aus den Münsteraner Professoren Annette Zimmer und Heribert Meffert, Vorstandvorsitzender PSD Bank Reinhard Schlottbom und Dr. Stefan Nährlich, Geschäftsführer des Berliner Vereins aktive Bürgerschaft – ausgezeichnet hat.

Die Bürgerstiftung Büren bekommt für ihr Projekt „Büren kann man spüren“ 15 000 Euro für einen Freizeitpark und die Stiftung Bürger für Münster mit ihrem Projekt „Verantwortung lernen“ erhält 10 000 Euro (Jugendliche werden motiviert und befähigt, sich sozial zu engagieren). Darüber hinaus vergab die Jury Zuschüsse (750 bis 4000 Euro) an neun weitere Bürgerstiftungen.

Die ersten drei sogenannten Leuchtturmprojekte zeichneten sich durch Innovation, bürgerschaftliches Engagement und Nachhaltigkeit aus. „Sie sind keine Eintagsfliegen“, unterstrich Prof. Dr. Dr. Meffert, emeritierter Professor für Marketing an der Uni Münster und ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Bertelsmanns Stiftung, gestern während einer Pressekonferenz in Münster. Sie seien Leuchtturmprojekte: „Das heißt: besonders hohe Kompetenz, beispielhaft und mit prozessualem Ansatz.“ Das Projekt der Bürgerstiftung Tecklenburger Land habe überzeugt. Zum einen unterstützt die Bürgerstiftung junge Menschen, die ein Jahr in einer Pflegeeinrichtung arbeiten möchten und vor allem eins haben: Zeit für alte Menschen. Zum anderen stellen bei Alt für Jung ältere Menschen ihr Wissen und ihre Kontakte jungen Menschen zur Verfügung, die Schwierigkeiten haben, eine Ausbildungsstelle zu finden. Sie werden zu ihren Coaches.

Da der Selbsthilfegedanke auch in den Bürgerstiftungen stark verwurzelt sei, habe sich die Bank im vergangenen Jahr entschlossen, das Bürgerprojekt ins Leben zu rufen. Damit, so PSD-Vorstandsvorsitzender Reinhard Schlottbom, solle Vorbildcharakter und ehrenamtliches Engagement hervorgehoben und offiziell anerkannt werden. Die 50 000 Euro, die die Bank für „gute und gemeinnützige Sozial- und Bildungsarbeit“ verteilt, stammt aus den Zweckerträgen des Gewinnsparens. Ab November könnten sich die Bürgerstiftungen erneut bewerben. Auch im nächsten Jahr werde eine ähnlich hohe Summe ausgeschüttet.

Das könnten auch Projekte sein, die auf eine Initiative von Eltern oder einen Verein zurückgingen und wo die Bürgerstiftung als Pate fungiere, erläuterte Matthias Freisevom Zentrum für Non-Profit-Management Münster.

„Bei einigen Projekten fanden wir die Idee sehr gut, aber die Umsetzung noch nicht ganz gelungen. Sie haben jetzt ein Jahr Zeit, das Konzept zu verfeinern“, so Schlottbom. Die Jury stehe den Bürgerstiftungen auch künftig gerne beratend zur Seite.

Auch die Genossenschaften lebten vom Ehrenamt, schlug er den Bogen zur Entstehung der genossenschaftlichen PSD Bank. Diese sei die älteste Selbsthilfeeinrichtung der Deutschen Bundespost. Sie wurde 1872 für Post-Mitarbeiter gegründet und zählt noch heute 80 bis 90 Prozent des Postpersonals und der Deutschen Telekom zu ihren Kunden. Heute ist sie Privatkundenbank für jedermann.

Die Preise werden während des Westfälischen Stiftertages im November überreicht. Dann sollen die Bürgerstiftungen ihre Projekte selber vorstellen.

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Foto: Sabine Plake