PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 26.09.2007

Partner sponsern das Freiwillige Soziale Jahr

Bürgerstiftung Tecklenburger Land übernimmt sieben Stipendien für FSJler

von Tobias Vieth

PÜSSELBÜREN. Christine Merschmeyer hat im Haus St. Hedwig einiges zu tun. Obwohl die Pflege gar nicht zu ihren Aufgaben gehört: Die 19-Jährige arbeitet seit Anfang September als Betreuerin in dem Püsselbürener Altenwohnheim. Sie engagiert sich in einer Tagesgruppe für Demenzerkrankte, reicht das Essen, nimmt sich Zeit für Gespräche, Spaziergänge oder kleine Besorgungen. In der Pflege hat sie während eines einjährigen Praktikums auf dem Weg zur Fachhochschulreife gearbeitet. „Aber Betreuung ist nochmal etwas ganz anderes als Pflege“, sagt sie.

Dass die Ibbenbürenerin während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) diese Aufgaben wahrnehmen kann, hängt auch mit der Bürgerstiftung Tecklenburger Land für Menschen in Not und der Uffelner Angus Chemie zusammen. Seit 2002 übernimmt die Bürgerstiftung im Projekt „jung für alt“ das Taschengeld von monatlich 250 Euro für FSJler im Tecklenburger Land. Und im Falle von Christine Merschmeyer ist die Angus Chemie das Unternehmen, das mit insgesamt 3600 Euro das Freiwillige Soziale Jahr sponsert. Allein von den Zinsen der Stiftung wäre ein solches Engagement sonst nicht möglich, erklärt Stiftungsvorsitzender German Rieping. Für Spenden und Patenschaften für die Stipendien sei die Bürgerstiftung daher „sehr, sehr dankbar“. In diesem Jahr hat die Bürgerstiftung die Stipendien für insgesamt sieben FSJler im Tecklenburger Land übernommen. Seit 2002 hat die Stiftung schon mehr als 30 Freiwillige Soziale Jahre mit mehr als 108 000 Euro gefördert.

„Ich möchte Angus nicht nur im Bezug auf Chemie sehen“, begründet Werkleiter Bernhard Niemeyer die Patenschaft. „Vielleicht können wir andere Unternehmen dazu bewegen, auch etwas zu tun. Schließlich werden wir auch einmal älter.

“Im Haus St. Hedwig ist Christine Merschmeyer mittlerweile die dritte FSJlerin, die seit gut zwei Jahren durch die Bürgerstiftung gefördert wird, sagt Pflegedienstleiterin Bettina Brink.
Den Beruf in einem Freiwilligen Sozialen Jahr zu testen, hält sie für ratsam. Emotional warte auf Altenpflegerinnen eine besondere Herausforderung. „Mit einem zweiwöchigen Praktikum lässt sich das nicht kennenlernen“, sagt Brink. Die Chance auf einen Ausbildungsplatz, wie ihn ChristineMerschmeyer anstrebt, erhöht es ohnehin. Brink: „Wir wählen unsere Auszubildenden aus dem Pool der Praktikanten aus.“ Und ein Freiwilliges Soziales Jahr mache sich im Lebenslauf auch für andere Arbeitgeber gut, sagte German Rieping zu Christine Merschmeyer: „Das ist Ihre erste Referenz.“

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Foto: Tobias Vieth