PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 28.05.2008

Rückblick auf ein besonders erfolgreiches Jahr

Stifterversammlung der Bürgerstiftung Tecklenburger Land: Coaches für junge Menschen gesucht

-ing- TECKLENBURGER LAND.. Auf ihr erfolgreichstes Jahr seit der Gründung im Jahr 2000 blickt die Bürgerstiftung Tecklenburger Land für Menschen in Not zurück. Das berichteten die Vorstandsmitglieder am Montagabend den rund 50 Teilnehmern der Stifterversammlung, die diesmal im Saal der Familienbildungsstätte in der „Honigfabrik“ am Klemensplatz in Ibbenbüren zu Gast war.

Die Erträge aus dem Stiftungskapital, Zustiftungen und Spenden, sowie 20.000 Euro Preisgeld aus dem Projektwettbewerb einer Bank ermöglichten der Stiftung, zahlreiche Einzelfallhilfen für Menschen in Not zu bewilligen. Zudem wurden 2007 die Projekte „Jung für Alt“ und „Alt für Jung“ erfolgreich weitergeführt und ein neues Projekt „Ehrenamtliche Patenschaft für Bewohner von Altenheimen“ im Mathias-Claudius-Haus in Tecklenburg begonnen. 16 neue Stifter wurden im letzten Jahr eingeworben, damit ist die Gesamtzahl bis heute auf 159 angewachsen. Das auf „ewig“ zu erhaltende Stiftungskapital beträgt aktuell rund 550.000 Euro. Seit Gründung hat die Bürgerstiftung schon rund 200 000 Euro ausschütten können.

Bei „Jung für Alt“ finanziert die Bürgerstiftung jungen Menschen ein freiwilliges soziales Jahr in Altenwohnhäusern. Mit Hilfe der Träger und inzwischen mehrerer Sponsoren wurden im Jahr 2007 wieder sieben solcher Stellen eingerichtet: in Ibbenbüren, Laggenbeck, Püsselbüren, Tecklenburg, Hopsten und Riesenbeck. Nutzen davon haben die alten Menschen in den Einrichtungen, aber ebenso die jungen Frauen und Männer, für die das soziale Jahr oft Hilfe bei der Berufsfindung, in jedem Fall jedoch wertvolle Lebenserfahrung bedeutet. (Interessierte an einem FSJ können sich bei den entsprechenden Einrichtungen informieren.)

„Alt für Jung“ ist ein inzwischen sehr erfolgreiches Programm, in dem erwachsene „Coaches“ Schülern mit Problemen beim Übergang von der Schule in den Beruf helfen. Rund 30 Frauen und Männer waren oder sind in diesem Projekt bisher schon ehrenamtlich aktiv, rund 120 Jungen und Mädchen haben deren Rat und Hilfe schon in Anspruch genommen. Überwiegend handelt es sch dabei um Haupt- und Realschüler. Die Kontakte entstehen in Zusammenarbeit mit den Schulen, basieren jedoch von beiden Seiten auf Freiwilligkeit. Auch hier ist Ziel, die Generationen zu verbinden. In der Praxis sei das nicht immer ganz leicht, berichtete der Sprecher der Coach-Gruppe Konrad Bertels der Stifterversammlung. Trotz der relativ guten Arbeitsmarkt-Situation sei es oft sehr schwierig, junge Menschen in einen Beruf zu vermitteln.

Bertels berichtet, dass sich schon wieder über 30 Schüler gemeldet haben, die einen Coach suchen. Weitere Coaches, zum Beispiel aus Hörstel, sind daher willkommen. Das Projekt „Alt für Jung“ wird finanziell gefördert von der „Aktion Mensch“. So kann die Stiftung zunächst die Personalkosten für eine professionelle Projektleitung (halbe Stelle) aufbringen, die vor allem den Coaches als Ansprechpartner/in zur Verfügung steht. Interessierte Frauen und Männer erhalten gern weitere Auskunft. ( 0 54 51 / 9 68 60).

Der Schatzmeister der Stiftung, Ludger Lindmeyer, erläuterte die Bilanz 2007, die von der Stiftungsaufsicht beim Regierungspräsident in Münster bereits genehmigt wurde. Dank der außerplanmäßigen Spenden und des Preisgeldes aus dem Projekt-Wettbewerb kann die Stiftung auch im laufenden Jahr ihre Projekte und die Einzelfallhilfen weiterführen.

Die 2. Vorsitzende der Stiftung, Maria-L. Lahme, berichtete, dass 2007 41 Anträge auf direkte Hilfe gestellt wurden. Meist kommen diese Anträge von sozialen Einrichtungen oder Organisationen, die Personen in Notlagen betreuen. Die Stiftung prüft jeden Antrag. Gründe für die finanzielle Notlage der Antragsteller sind, wie seit Jahren, Verlust der Arbeit, Krankheit, Tod eines Partners oder Scheidung, psychische Erkrankungen. Viele Menschen sind aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur gravierenden Schicksalsschlägen nicht gewachsen, ihr Leben gerät aus den Fugen.

Ziel und Ehrgeiz der Bürgerstiftung bleibt, die Zahl der Stifter weiter zu erhöhen und Spenden einzuwerben. Als symbolischen Gegenwert für eine Spende bietet die Stiftung zum Beispiel Firmen eine Verlinkung zu ihrer Internet-Seite (www.buergerstiftung-tecklenburgerland.de) an. Stifter kann jede/r mit einer Mindestsumme von 1.000 Euro werden.
„Braucht das Tecklenburger Land eine Bürgerstiftung?“ Diese rhetorische Frage beantwortete der Vorsitzende German Rieping sich selbst: Gesellschaftliches Engagement und Verantwortung werden auch hier immer wichtiger, wenn die familiären Strukturen sich verändern. So sehe sich die Bürgerstiftung auch nicht als weiterer Sozialverband oder gar in Konkurrenz zu diesen.
Sinn einer Stiftung sei vor allem, mittel- und langfristig zu denken und Vermögen und Kraft anzusammeln. Daher sei er sicher, so Rieping, dass die Bedeutung von Bürgerstiftungen noch steigen wird – auch wenn Menschen sich Gedanken machen, wie sie ihr Vermögen über den Tod hinaus einer sinnvollen Verwendung zuführen können.

Bilder


Klicken Sie auf ein Bild.
Foto: Sabine Plake