PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 14.10.2008

Bürgerstiftung bekommt erneut das Bundes-Gütesiegel

Hilfe für Menschen in Not / Projekte wurden mehrfach ausgezeichnet

WISMAR/TECKLENBURGER LAND. Die Bürgerstiftung Tecklenburger Land für Menschen in Not ist Teil einer selbstbestimmten Bürgergesellschaft und sie stärkt das Gemeinwesen. Sie ist wirtschaftlich und politisch unabhängig, konfessionell und parteipolitisch nicht gebunden und arbeitet transparent.
Diese und weitere Kriterien müssen erfüllt sein, damit der Bundesverband Deutscher Stiftungen einer Bürgerstiftung sein Gütesiegel verleiht. Die Bürgerstiftung Tecklenburger Land hat dieses Gütesiegel am 12. Oktober in Wismar zum dritten Mal erhalten. Es gilt für jeweils zwei Jahre, dann müssen zehn bürgerstiftungs-typische Merkmale und Voraussetzungen erneut nachgewiesen werden.
Dazu gehört unter anderem auch der kontinuierliche Aufbau von Stiftungskapital sowie das Sammeln von Projektspenden. Die Bürgerstiftung Tecklenburger Land hat seit ihrer Gründung im Jahr 2000 inzwischen ein Stiftungskapital in Höhe von rund 550 000 Euro, das von 160 Einzelstiftern aufgebracht wurde. (Spenden: Kreissparkasse Steinfurt BLZ: 40351060, Kontonummer 70391). Dieses Kapital muss „für ewig“ erhalten bleiben. Mit Erträgen aus dem Kapital sowie Spenden erfüllt die Stiftung ihren Zweck: Hilfe für Menschen in Not. Die Bürgerstiftung Tecklenburger Land hat dafür seit ihrer Gründung rund 200 000 Euro aufgebracht – nicht gerechnet die ehrenamtliche Arbeit, deren Förderung ebenfalls in der Stiftungssatzung verankert ist.

Sie kommt besonders zur Geltung in den Projekten, die die Bürgerstiftung entwickelt hat: Bei „Alt für Jung“ etwa helfen erfahrene Frauen und Männer jungen Menschen beim Übergang von der Schule ins Berufsleben. Dieses Projekt ist inzwischen so erfolgreich, dass es bereits mehrfach mit Preisen bedacht wurde und immer mehr Schüler danach fragen.

Rund 40 Frauen und Männer haben sich bereits ehrenamtlich als „Coach“ zur Verfügung gestellt und ihre eigenen Erfahrungen und Kontakte zum Nutzen der jungen Menschen einsetzen können.

Mit Geld hilft die Stiftung in Einzelfällen besonderer Not: Von der Hilfe beim Umzug in eine kleinere Wohnung, bei Notlagen wegen Krankheit oder Unfällen, Anschaffungen wegen eines Berufswechsels, Unterstützung für Kinder und vieles mehr. Jeder Fall wird fachlich geprüft, die Stiftung tritt nur dort ein, wo andere Hilfen nicht erreichbar sind.

Bundespräsident Horst Köhler hat aus Anlass des 10. Geburtstages der Bürgerstiftung Wismar die deutschen Bürgerstiftungen besonders gewürdigt. Bürgerstiftungen sind der am schnellsten wachsende Bereich des Stiftungswesens: Mit einem Kapitalzuwachs von 30 Prozent ist das Bürgerstiftungsvermögen auf nunmehr 100 Millionen Euro angestiegen. 13 000 Stifterinnen und Stifter, engagiert in 166 Bürgerstiftungen, liegen die Belange ihres persönlichen Umfelds bzw. ihrer Region am Herzen und bewegt sie, „Gemeinsam Gutes anzustiften“, sagt der Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Dr. Hans Fleisch.

Der Einsatz der Stifterinnen und Stifter zeige sich jedoch nicht nur im Anstieg des Gesamtkapitals. Auch die Zeit und die Ideen, die von den Stifterinnen und Stiftern eingebracht werden, sind beachtlich: „Ehrenamtliche leisten mehr als 260 000 Stunden jährlich in den Bürgerstiftungen. Damit steigern sie die Lebensqualität vor Ort enorm“, so Dr. Burkhard Küstermann, Leiter der Initiative Bürgerstiftungen.

Bürgerstiftungen werden zu immer wichtigeren Unterstützern zukunftsorientierter, nachhaltiger Projekte in ihrer Region. 2002 bis Ende 2007 haben sie Projekte mit Mitteln in Höhe von 25 Millionen Euro gefördert. Allein im letzten Jahr konnten sie 7,5 Millionen Euro Erträge abschöpfen. Den Schwerpunkt ihrer Fördertätigkeit bilden dabei die Bereiche Jugend, Bildung und Erziehung sowie soziale Zwecke.

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