PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 21.10.2008

Freiwilliges Soziales Jahr als Einstieg ins Berufsleben

Bürgerstiftung Tecklenburger Land fördert sechs junge Erwachsene

-sch- HOPSTEN. Die Bürgerstiftung Tecklenburger Land für Menschen in Not hat sich mit zukunftsorientierten, nachhaltigen Projekten in unserer Region einen guten Namen gemacht. Seit dem Gründungsjahr 2000 engagieren sich ehrenamtlich Bürger für Bürger und helfen dort, wo andere Hilfsmaßnahmen nicht mehr greifen. „Sie haben es der Bürgerstiftung Tecklenburger Land zu verdanken, dass Sie in diesem Jahr Ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in den verschiedenen Einrichtungen der Altenpflege absolvieren können“, machte der Stiftungsvorsitzende German Rieping jüngst im Hopstener Anna Stift deutlich.

Dort waren sechs junge Erwachsene, die am 1. August oder 1. September ihre FSJ-Stellen angetreten haben, zu einem Informations- und Kennenlern-Treffen mit German Rieping sowie mit den Abordnungen der Heimleitungen von Altenpflegeeinrichtungen aus Hopsten, Mettingen, Püsselbüren, Ibbenbüren, Riesenbeck sowie Tecklenburg erschienen.

Die Kosten für jedes Stipendium für FSJler betrage für die Bürgerstiftung jeweils 3600 Euro pro Jahr. „Die Altenheimeinrichtungen tragen allerdings nochmal etwa die gleiche Summe“, machte Heimleiterin Rita Plogmann von Maria Frieden aus Mettingen deutlich. Die jungen Helfer erhalten ein Taschengeld und sind beim jeweiligen Träger sozialversichert. „Uns ist wichtig, dass die Hilfen vor Ort spürbar werden, weil sich hier Bürger auch mitverantwortlich zeigten für soziale Projekte der Bürgerstiftung“, machte German Rieping den Standpunkt der Bürgerstiftung deutlich. Aus Hopsten gehören zum Beispiel vier Ehepaare zum Stifterkreis. Bei dem Treffen in Hopsten war Rieping besonders der Erfahrungsaustausch mit den sechs jungen Frauen und Männern wichtig. Die 18- und 19-jährigen Jugendlichen berichteten allesamt von positiven Erfahrungen, besonders von den Einführungsseminaren.

„Ich bin glücklich mit meiner Beschäftigung“, sagte die Abiturientin Pascale Pruin, die später im sozialen Bereich ein Studium absolvieren möchte.
Sarah Radke arbeitet seit dem 1. August im Anna Stift. Zuletzt besuchte sie die Fachschule für Gestaltung in Ibbenbüren. „Man kann schon die Dankbarkeit der älteren Leute spüren“, sagt sie. Unter der Anleitung von Barbara Hille vom Sozialübergreifenden Dienst arbeite sie in Gruppen für an Demenz Erkrankte mit, schreibe Wochenpläne, gebe Bestellungen auf, helfe mit, Veranstaltungen im Haus vorzubereiten und für entsprechende Deko zu sorgen. Zeit finde sie aber auch für begleitende, betreuende Arbeit wie etwa Hilfe bei den Mahlzeiten. Zeit zu haben für Gespräche oder nur einmal verwirrten Menschen die Hand zu halten: „Da kann man die Dankbarkeit der älteren Menschen spüren. Das gibt viel Motivation für die Arbeit“, sagt die 18-Jährige.

Auch Verena Schröder (Haus St. Hedwig, Püsselbüren), Carolin Bathke (Caritas Altenwohnheim, Ibbenbüren) oder Luydmila Pushchina, die stellvertretend für Beata Peter von ihren Aufgaben in der Tecklenburger Arche berichtete, hatten ähnliche Erfahrungen gemacht.

Allerdings sei die Umstellung von Schule in die ganztägige Arbeitswelt schon eine große Umstellung gewesen, hieß es.
Daniel Stein aus Hörstel absolvierte nach der Realschule die Berufsfachschule für Wirtschaft. „Ich glaube, das war nicht der richtige Weg für mich“, sagte er. Während des Freiwilligen Sozialen Jahres will er das Berufsbild des Altenpflegers kennenlernen.

Insgesamt 35 FSJ-Stellen hat die Bürgerstiftung seit ihrer Gründung gefördert und vermittelt. Nur drei Jugendliche haben vorzeitig abgebrochen, sonst hätten alle durchgehalten.
Einige hätten danach sogar Berufe im Pflegedienst übernommen, erläuterte German Rieping. „Sie werden feststellen, dass das Freiwillige Soziale Jahr eine gute Referenz für den Einstieg ins spätere Berufsleben ist“, betonte Rieping.

Bilder


Klicken Sie auf ein Bild.
Foto: Schwienheer