PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 09.12.2010

Alte Berufshasen geben Jugendlichen Orientierung

Generationenprojekt „Alt für Jung“ der Bürgerstiftung zieht positive Jahresbilanz

von Klaus Rotte

IBBENBÜREN. Das vor vier Jahren ins Leben gerufene generationen-
verbindende Projekt „Alt für Jung“ der Bürgerstiftung Tecklenburger Land ist ein Selbstläufer. So sieht es wohl auch die Agentur für Arbeit, sonst würde sie kaum Fördermittel bereitstellen – und zwar bis ins Jahr 2012 hinein. Einen entsprechenden Bewilligungsbescheid überreichte Berufsberater Markus Ruten der Projektleiterin von „Alt für Jung“, Christa Terheiden, beim Dankeschön-Abend für die ehrenamtlichen Mitarbeiter (Coaches) am Dienstagabend in den Räumen des Sozialdienstes katholischer Frauen an der Oststraße 39.
Für den Zeitraum von November 2009 bis Juli 2012 stellt die Arbeitsverwaltung rund 44600 Euro zur Verfügung: Unter der Voraussetzung, dass mindestens die gleiche Summe auch seitens der Stiftung bereitsteht. Da sind Spenden jederzeit willkommen. Als besonders effizienter Spendensammler tut sich der Lions Club Tecklenburg hervor, der erst im Mai nach dem Benefizkonzert von Tom Gaebel im Bürgerhaus der Stiftung 13000 Euro Reinerlös überwies. „So bekommen wir Planungssicherheit für die nächsten zwei Jahre“, erklärt Christa Terheiden. Denn: Das Generationenprojekt „Alt für Jung“ ist nicht zeitlich befristet angelegt – es orientiert sich am Bedarf, und der scheint groß und immer wieder „nachzuwachsen“.

Ehrenamtliche Coaches, Männer und Frauen mit reichlich Berufs- und Lebenserfahrung, geben Jugendlichen, meist Hauptschülern, Orientierungshilfe auf dem steinigen Weg ins Berufsleben: Das kann beim Ausloten der individuellen Berufschancen beginnen und mit dem Abschluss eines Lehrvertrags enden – persönliche Lebenshilfe inbegriffen. „Viele kommen als verunsicherte junge Menschen zu uns. Wir versuchen, sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken“, erläutert Sozialpädagogin Terheiden. Die Botschaft: „You can!“

Von April 2009 bis April 2010 begleiteten 32 Coaches 62 Schüler. Es meldeten sich 29 Mädchen und 33 Jungen, 21 Schüler hatten einen „Migrationshintergrund“. 54 Schüler kamen aus umliegenden Hauptschulen, die übrigen vom Gymnasium, der Realschule, vom Berufskolleg und aus einem Job. Die Jugendlichen meldeten sich entweder selbst oder ihre Eltern suchten den Kontakt zur Bürgerstiftung.

Das Resultat: 23 Jugendliche bekamen einen Lehrvertrag, weitere 37 besuchen weiterhin die Schule. Christa Terheiden: „Die Begleitung von 53 Jugendlichen ist beendet. Neun Schüler werden noch begleitet, im Schnitt dauert die Begleitung sechs Monate. Nur bei 2 Schülern kam es in diesem Jahr zu keiner beruflichen oder schulischen Perspektive: Ein Junge nahm die Unterstützung nicht an, eine Jugendliche wurde Mutter.“

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Foto: Klaus Rotte