PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 05.11.2008

Verdienstkreuz für Anneliese Bruns

Feierstunde mit Bundespräsident Köhler im Schloss Bellevue / Verständigung der Generationen

-bii- BERLIN. Sehr aufgeregt war Anneliese Bruns nicht. Den Schlaf hatte ihr die bevorstehende Begegnung mit Bundespräsident Horst Köhler nicht geraubt. Als sie dann aber im Festsaal des Berliner Schlosses aufgerufen wurde, war ihr doch etwas beklommen zumute. Im Rampenlicht zu stehen ist einfach nicht ihr Ding. Anneliese Bruns engagiert sich lieber still. Und das seit 25 Jahren. Für ihr ehrenamtliches Engagement, vor allem für die Verständigung zwischen Jung und Alt, erhielt sie gestern das Bundesverdienstkreuz am Bande – aus den Händen von Horst Köhler persönlich.

Anneliese Bruns investiert seit 25 Jahren viel Zeit in ihr sozial-karitatives Engagement. Unter anderem war sie zwölf Jahre lang Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Im Jahr 2000 gehörte die Hopstenerin, die inzwischen in Tecklenburg lebt, zu den Gründerinnen der Bürgerstiftung Tecklenburger Land.

In beiden Organisationen sorgte die heute 75-Jährige immer wieder für neue Impulse, war Ideengeberin und als treibende Kraft an der Einrichtung etlicher Fachdienste im SkF beteiligt. In der Bürgerstiftung initiierte sie die Projekte „Alt für Jung“ und „Jung für Alt“.

Arbeit sei das alles nie für sie gewesen, erzählte Anneliese Bruns, nachdem der Bundespräsident ihr das Bundesverdienstkreuz überreicht hatte. „Ich habe das immer gern gemacht.“ Zu der Feierstunde wurde Anneliese Bruns von ihrer Tochter Karin Wejdling, Ludger Börgermann, Geschäftsführer des SkF, und German Rieping, Vorsitzender der Bürgerstiftung, begleitet.

„Das Miteinander der Generationen hat Konjunktur in Deutschland“, sagte Horst Köhler. Statt des viel beschworenen Konfliktes erlebe er vor allem Verständnis. Diese Entwicklung schrieb er auch dem Engagement der 20 Menschen zu, die er gestern ehrte. Ehrenamt zeichne sich durch Tatkraft, Ausdauer und Organisationstalent aus. „Die Möglichkeit, sich so zu engagieren, ist ein Geschenk des demografischen Wandels“, erklärte der Bundespräsident. Denn die Zeit dazu sei oftmals erst da, wenn die Kinder aus dem Haus seien.

Nach der Verdienstkreuz-Verleihung endete die Feierstunde mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne. Anschließend hieß Horst Köhler mit seiner Gattin Eva Luise die Gäste zum Empfang im Schloss Bellevue willkommen.

Anneliese Bruns freute sich über die offizielle Anerkennung dessen, was sie über die Jahre für bedürftige Menschen auf die Beine gestellt hat. Noch glücklicher war sie allerdings, als der Rummel um ihre Person endlich vorbei war, sie das Berliner Schloss hinter sich ließ und sich zusammen mit ihrer Tochter und ihren beiden langjährigen Weggefährten German Rieping und Ludger Börgermann in kleiner Runde zurückziehen konnte. Im Mittelpunkt zu stehen, das ist eben einfach nicht ihr Ding.

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Foto: Anke Beiing


Foto: Anke Beiing