PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 01.02.2011

Ehrenamtliche helfen Kindern

Neues Präventionsprojekt des SkF gemeinsam mit der Bürgerstiftung Tecklenburger Land / Helfer gesucht

TECKLENBURGER LAND. „Wir für Kinder“ heißt ein neues Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) mit der Bürgerstiftung Tecklenburger Land. Darin sollen Kinder mit besonderem Förderbedarf durch engagierte, ehrenamtliche Menschen Hilfestellung und Begleitung erfahren. Unterstützt wird das Projekt durch die Aktion Mensch.
Immer mehr Familien seien überfordert und hätten gravierende Probleme bei der Erziehung und Unterstützung ihrer Kinder. Dazu gehören etwa Familien mit Migrationshintergrund, Ein-Eltern-Familien und Familien mit Doppelberufstätigkeit, schreibt der SkF anlässlich des Projektbeginns. Diplom-Sozialpädagogin Ursula Beyer arbeitet im Büro des SkF an der Oststraße 39 in Ibbenbüren. Sie soll das Projekt mit Leben füllen.
Positiv überrascht sei der SkF, wie viele engagierte potenzielle Freiwillige sich bereits gemeldet hätten. Deshalb sei man zuversichtlich, wenn sich auch noch weitere Interessierte melden, dass der Einsatz der Ehrenamtlichen in den verschiedenen Einrichtungen der Kooperationspartner nach den Osterferien planmäßig beginnen kann. Dazu gehören die Familienzentren „Am Wittenbrink“ und „St. Ludwig“, der ev. Stadtkindergarten und die Grundschulen „Albert Schweitzer“ und „St. Ludwig“.
Wichtig sei, dass die Arbeit mit Kindern den Freiwilligen Spaß und Freude bereite. Auch das Kennenlernen Gleichgesinnter und das Weitergeben eigener Erfahrungen seien für die Helfer entscheidend. Während der ehrenamtlichen Tätigkeit steht Ursula Beyer als Ansprechpartnerin, Koordinatorin und Begleiterin der Ehrenamtlichen und der Kooperationspartner zur Verfügung. „Wir werden uns einmal im Monat als Gruppe treffen und Raum haben für Erfahrungsaustausch, kollegiale Beratung und Supervision. Zusätzlich werde ich kleine Schulungseinheiten anbieten, wobei Ideen und Wünsche der Freiwilligen gerne aufgegriffen werden. Natürlich stehen auch gemeinsame Ausflüge und Aktionen auf dem Programm“, erklärt sie.
Unterstützt wird die Projektleiterin von der Bürgerstiftung Tecklenburger Land, die das Projekt ins Leben gerufen hat und es mit Rat und Tat unterstützt. „Sich für Kinder stark machen, gemeinsam an einem Strang ziehen“, so könnte das Motto dieser Zusammenarbeit lauten.
Alle Helfer sollen als Projektmitarbeiter des SkF und der Bürgerstiftung öffentlich wahrgenommen werden, werden aber organisatorisch und rechtlich in die jeweilige Einrichtung eingebunden sein. In den Gesprächen mit den Einrichtungen habe sich gezeigt, dass der Bedarf bei den Kindern hauptsächlich in der Lese- und Sprachförderung sowie bei der Hausaufgabenbetreuung liegt. Aber auch andere Tätigkeitsfelder sind denkbar: Spielen, Basteln, Musizieren, Unterstützung in Arbeitsgemeinschaften, bei Ausflügen. Wichtig sei die Eigeninitiative der Ehrenamtlichen. Auch der persönliche Kontakt zu den Eltern sei wünschenswert, um eventuell Familienpartnerschaften aufzubauen.
Der Zeitrahmen bewegt sich bei ehrenamtlichen Kräften von zwei bis fünf Stunden pro Woche, wobei auf die persönlichen Bedürfnisse Rücksicht genommen werde.
Auch mit allen Interessierten seien Gespräche geführt worden. Dabei ging es um die Abfrage beruflicher und persönlicher Fähigkeiten, um zeitliche und inhaltliche Vorstellungen, die in einem „Profilbogen“ festgehalten wurden.
„Ich freue mich auf weitere Meldungen von Interessierten, um das Angebot in den Familienzentren, Grundschulen und Kindergärten ausbauen zu können. Angedacht sind zehn Kinder pro Einrichtung, die zusätzlich betreut werden. Wenn das Projekt gut läuft, kann man sich auch eine Ausweitung auf noch weitere Kooperationspartner vorstellen“, erklärt Beyer.

Infos beim SkF unter 05451/ 9686-0 oder -13.


Der weitere Fahrplan des Projekts



Bevor die ersten Ehrenamtlichen Anfang Mai in den Einrichtungen tätig werden, müssen sie an einer Fortbildung teilnehmen. Der Kursus beginnt Mitte Februar und beinhaltet 10 Treffen, jeweils ein Mal wöchentlich, insgesamt 20 Unterrichtsstunden und schließt mit einem Zertifikat ab. Es geht unter anderem um Themen wie rechtliche und organisatorische Grundlagen des Ehrenamtes, Grundlagen der Kommunikation speziell mit Kindern, Entwicklungspsychologie der Kinder, Aggression bei Kindern, der Einfluss der Medien auf Kinder. Die Schulungen werden in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte organisiert.
Nach Beendigung der Fortbildung wird dann die endgültige Zuweisung der ehrenamtlichen Kräfte vorgenommen. Es ist geplant, diese Qualifizierung auch im zweiten Halbjahr anzubieten, um für die hinzukommenden Helfer gleiche Voraussetzungen zu schaffen.



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