PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 02.09.2006

Bürgerstiftung plant neues Projekt „Alt für Jung“

Ehrenamtliche Hilfe für den Übergang vom Schul- ins Berufsleben

-ing- IBBENEBÜREN/TECKLENBURGER LAND.. Die Bürgerstiftung Tecklenburger Land plant ein neues Projekt: „Alt für Jung“. Auf freiwilliger, ehrenamtlicher Basis sollen dabei ältere, erfahrene Frauen und Männer junge Menschen „an die Hand nehmen“, die Probleme beim Übergang vom Schul- ins Berufsleben haben. Zum Aufbau und für die Anlaufphase dieses Projektes sucht die Bürgerstiftung nun in Kooperation mit dem Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) einen Profi. „Alt für Jung“ stehe nicht im Gegensatz, sondern in der logischen Folge des ersten Leuchtturm-Projektes der Bürgerstiftung „Jung für Alt“, sagt dazu der Vorsitzende German Rieping. Mit „Jung für Alt“ finanziert die Stiftung seit fünf Jahren im Rahmen von Stipendien jungen Leuten ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in Altenwohnhäusern. Nun gehe es darum, dass Ältere ihr Können, ihre Erfahrungen und Beziehungen einsetzen, um jungen Menschen zu helfen, die es heute oft sehr schwer haben, den Wechsel von der Schule in ein Berufsleben zu schaffen. Konkret soll das geschehen, indem Senioren sich ehrenamtlich als Gesprächspartner für Jugendliche mit Problemen zur Verfügung stellen. Durch aktives Zuhören und im Dialog sollen die Stärken, Schwächen und Probleme herausgefunden und benannt werden. Regelmäßige Kontakte und gemeinsam vereinbarte konkrete Schritte sollen dann helfen, Probleme im Schulalltag, mit Eltern und Lehrern, im Ausbildungsbetrieb, bei Bewerbungen oder im Vorstellungsgespräch abzubauen. Im Einzelfall kann der Senior- Partner helfen, Kontakte zu Firmen oder Institutionen überhaupt erst herzustellen. Wie überall, so nimmt auch im Tecklenburger Land die Zahl der jungen Menschen zu, die – oft bedingt durch eine ungünstige soziale Situation – Probleme haben, einen Schulabschluss zu erreichen, eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz zu finden oder zu behalten. Die Defizite können sich dabei ergeben aus einer unzureichenden Betreuung und Erziehung im Elternhaus, durch mangelnde Integration bei Jugendlichen mit Einwanderungs- Hintergrund. Erste Kontakte mit anderen Einrichtungen haben die Bürgerstiftung ermutigt, auf diesem Sektor tätig zu werden. Schon die Tatsache, dass die Betreuung auf ehrenamtlicher Basis – quasi ohne „amtliche“ Autorität - erfolgt, könne manchmal den Zugang und Kontakt zu problematischen Jugendlichen erleichtern. Dabei bringen die Senioren ihre Lebenserfahrung aus Familie und Beruf ein. Die Hilfe soll über einen längeren Zeitraum gewährt werden, damit sich ein individuelles Vertrauensverhältnis entwickeln kann. Enge Zusammenarbeit mit den erziehungsberechtigten, der jeweiligen Schule oder dem Betrieb ist dabei gewünscht und angestrebt. Wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) Jungen und Alten Gewinn bringt, soll auch „Alt für Jung“ keine Einbahnstraße sein, erklärt Anneliese Bruns, die das Projekt mit entwickelt hat. Sie ist sicher, dass es viele Ältere gibt, die Freude und Befriedigung darin finden, wenn sie ihre Fähigkeiten sinnvoll einsetzen können. Jungen Menschen beim Start in ein selbstständiges Leben zu helfen, ist natürlich nicht nur eine philanthropische Aufgabe, müssen in Zukunft doch immer weniger Junge die Renten für die Alten erwirtschaften. Dass Jung und Alt gemeinsam Hand in Hand arbeiten für eine gute Zukunft im Tecklenburger Land sei also im Interesse aller. Die Idee zu dem Projekt „Alt für Jung“ hat auch schon öffentliche Anerkennung gefunden: Wie berichtet, wurde es auf der jüngsten Jahresversammlung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen durch Bundes-Familienministerin Ursula von der Leyen mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Die „Aktion Mensch“ hat sich inzwischen bereit erklärt, eine Anschub- Finanzierung für die ersten drei Jahre zu leisten. Im sechsten Jahr ihres Bestehens festigt die Bürgerstiftung Tecklenburger Land damit ihre Position als zuverlässiges Glied in der Reihe freiwilliger sozialer Initiativen, wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen. Die Hilfe erfolgt im Stillen in vielen Einzelfällen, von der Zuzahlung zu einem Ausflug oder einem Hilfsmittel für behinderte Kinder oder Erwachsene bis zur Unterstützung in besonderen Notlagen. Projekte fördert die Bürgerstiftung vor allem im Bereich der ehrenamtlichen Arbeit. Insgesamt wurden in den sechs Jahren seit der Gründung rund 140.000 Euro zur Verfügung gestellt. |Aktuell hat die Bürgerstiftung 141 Stifter und ein Stiftungskapital in Höhe von rund 500 000 Euro. Weitere Stifter und Spender, insbesondere auch für das neue Projekt „Alt für Jung“ werden gesucht.

Auskunft beim VorsitzendenGermanRieping (0 54 51/50 27 46) oder beim SKF, Ibbenbüren, Ludger Börgermann (0 54 51/96 86 0).

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung vom 02.09.2006

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