PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 10.09.2010

„Wir für Kinder“ verlangt Einfühlungsvermögen

Neues ehrenamtliches Projekt der Bürgerstiftung Tecklenburger Land und SkF

von Elke Lutterberg

IBBENBÜREN.  Die Bürgerstiftung Tecklenburger Land kümmert sich jetzt auch um die Kleinen. In ihren Projekten hat die Stiftung immer gute Erfahrungen mit der Einbindung ehrenamtlicher Kräfte gemacht. Zusätzlich zu den erfolgreichen Projekten „Alt für Jung“, „Jung für Alt“ und „Alt für Alt“ will sich die Bürgerstiftung zusammen mit dem SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) um die junge Klientel kümmern: „Wir für Kinder“ heißt das neue Projekt, in dem Kinder mit besonderem Förderbedarf aus belasteten Familien in ausgesuchten Stadtteilen durch engagierte, ehrenamtliche Menschen Hilfestellung und Unterstützung erfahren sollen.
Vorrangig sollen in Ibbenbüren Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder mit Behinderung, Kinder aus Ein-Eltern-Familien, Kinder aus Familien mit Doppelberufstätigkeit und Kinder aus Familien, die von Armut betroffen sind in den Genuss der zusätzlichen Betreuung kommen.

In Familienzentren, Kindergärten und Grund-
schulen sollen diese Kinder erreicht und in das Projekt einbezogen werden. Mit Hilfe ehrenamtlicher Kräfte sollen sie besondere Zuwendung und Unterstützung erhalten, insbesondere durch den Aufbau von Familien-
partnerschaften. Die Aktion Mensch unterstützt das Projekt, wie schon die Aktion Alt für Jung. 71382 Euro für drei Jahre sind bewilligt, die für die Projektleitung vorgesehen sind. In dieser Zeit, so hofft Ludger Börgermann, der das Projekt mit Anneliese Bruns und Klemens Müer initiiert hat, dass pro beteiligte Einrichtung etwa zehn Kinder erreicht werden. Börgermann und German Rieping, Vorsitzender der Bürgerstiftung Tecklenburger Land, stellten das Projekt, mit dem sie sich bereits seit einem Jahr befassen, am „Tag der Alphabetisierung“ den Beteiligten vor.
In der Ludwigschule, Albert-Schweitzer-Schule, im evangelischen Stadtkindergarten und den Familienzentren St. Ludwig und Wittenbrink kann man sich eine Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen sehr gut vorstellen. Ob bei der Sprachförderung, beim Singen, Theaterspielen, als Unterstützung in Arbeitsgemeinschaften oder durch handwerkliches Geschick, für die Beteiligten ist eine Unterstützung durch Ehrenamtliche praktikabel. Klar ist aber: „Wir machen die Vorgaben, haben unseren Bildungsauftrag und unsere Konzepte, die Ehrenamtlichen müssen sich integrieren.“
Das Präventionsprojekt erfordere laut Börgermann „besonders viel Einfühlsamkeit. Auf der einen Seite braucht es viel Nähe, auf der anderen Seite Distanz.“ Deshalb gibt der SkF auch Raum für Treffen und Supervision. Ohne eine gründliche Einweisung durch die Fabi, die einen Kursus über 40 Stunden an zehn Abenden vorsieht, wird kein Ehrenamtlicher seine Aufgabe beginnen: „Und wir werden nach dieser Einführung in die Tätigkeit auch eine Empfehlung, oder Nicht-Empfehlung geben“, so Wolfgang Flohre von der Fabi: „Jeder wird nach seinen Fähigkeiten einsetzt.“ Denn, so Börgermann: „Wir werden keine Experimentierfelder aufbauen. Wir müssen das sehr vorsichtig angehen!“ Jugend- und Schulamt sind eingeschaltet. Wenn das Projekt gut anläuft, soll es auf das gesamte Einzugsgebiet der Bürgerstiftung Tecklenburger Land ausgeweitet werden. Interessierte können sich unter 05451/96860 melden. Bevor das Projekt starten kann, voraussichtlich Ende des Jahres, wird eine Teilzeitkraft mit sozialpädagogischer Ausbildung gesucht, die das Projekt leiten soll.

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Foto: Elke Lutterberg