PRESSE - ARTIKEL

Ibbenbürener Volkszeitung vom 04.12.2010

Wie Zahngold Kindern helfen kann

Neue Aktion der Bürgerstiftung „Wir für Kinder“ läuft an / Klemens Müer ist optimistisch

Interview

IBBENBÜREN. Die Bürgerstiftung Tecklenburger Land bittet derzeit hiesige Zahnarztpraxen um anfallendes Altgold. Die Zahngoldspenden sollen als Mitfinanzierung in die neue Aktion der Bürgerstiftung „Wir für Kinder“ fließen. Im Gespräch mit Stefanie Beermann erzählt Klemens Müer, einer der Mitbegründer der Bürgerstiftung Tecklenburger Land, wie die Spendenaktion bisher in den Zahnarztpraxen angekommen ist und welchen Erfolg er dem neuen Projekt „Wir für Kinder“ prognostiziert.


Sie „betteln“ bei den hiesigen Zahnarztpraxen um altes Zahngold. Wie kamen Sie auf die Idee?

Müer: Vor einigen Wochen feierten wir zehnjähriges Jubiläum der Bürgerstiftung Tecklenburger Land. Dort haben wir unser neues Projekt „Wir für Kinder“ vorgestellt. In der Vorbereitungszeit zum Jubiläum und zu dem neuen Projekt hat sich ein Zahnarzt an uns gewandt. Er will das Projekt mit einer Zahngoldspende seiner Patienten unterstützen. Daraufhin ist uns die Idee gekommen, eine Aktion namens „Goldene Brücke zu Kindern in Not“ zu starten. Wir begannen bei mehreren Zahnarztpraxen um Altgoldspenden zu „betteln“ und haben schon großen Erfolg.



Das Geld soll dem Projekt „Wir für Kinder“ zugutekommen. Was steckt dahinter?



Müer: Die Bürgerstiftung will Männer und Frauen gewinnen, die Betreuungsaufgaben in Kindergärten und Grundschulen in der Ganztagsbetreuung übernehmen. Die Ehrenamtlichen sollen sich dabei benachteiligten Kindern zuwenden, die zu Hause nicht genügend gefördert werden. Wir haben für die notwendige Fachkraft, die das Projekt moderieren soll, einen Zuschuss der „Aktion Mensch“ erhalten, brauchen aber für den Ausbau des Projektes noch Geld.



Wie werden Sie überhaupt auf hilfsbedürftige Kinder aufmerksam?



Müer: Die Ehrenamtlichen gehen in die Einrichtung und betreuen dort in Gruppen die Kinder. Dabei werden sie auf einzelne Mädchen und Jungen aufmerksam, die besondere Förderung brauchen. Das geschieht natürlich im engsten Einvernehmen mit Erziehern und Lehrern.



Welche konkreten Hilfen bietet das neue Projekt der Bürgerstiftung den Kindern?



Müer: Die Ehrenamtlichen kümmern sich im Kindergarten und im offenen Ganztagsangebot der Grundschulen je nach ihren Fähigkeiten um die Kinder. Beispielsweise basteln, spielen oder musizieren die Ehrenamtlichen mit den Mädchen und Jungen, lesen ihnen etwas vor und unterhalten sich mit ihnen. Das besondere Ziel ist die Herstellung von Kontakten zur Familie.



Wie erfolgreich, denken Sie, werden die Maßnahmen sein?

Müer: Aus unseren Erfahrungen mit dem Projekt „Alt für Jung“, wo ehrenamtliche Senioren Jugendlichen mit persönlichen und familiären Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf helfen, sind wir sehr optimistisch. Das Projekt „Alt für Jung“ ist sehr erfolgreich, wir haben jetzt 40 Senioren und eine große Zahl von Jugendlichen, denen erfolgreich geholfen werden konnte. Wir sind also zuversichtlich, dass uns das auch, also genügend Ehrenamtliche und Einrichtungen zu finden, beim neuen Projekt gelingen wird.

Der Erfolg bei „Alt für Jung“ ist klar erkennbar. Entweder ein Jugendlicher findet einen Beruf oder eben nicht.
Wie könnte Erfolg beim neuen Projekt „Wir für Kinder“ aussehen?


Müer: Die zusätzliche Betreuung durch Ehrenamtliche soll die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder unterstützen und Defiziten abhelfen.

Wie profitieren Ehrenamtliche davon, den Kindern helfen zu können?

Müer: Ehrenamtliche Arbeit verschafft den Menschen in vielen gesellschaftlichen Bereichen Erfüllung und Genugtuung. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Aufgabe dem Ehrenamtlichen Freude bereitet.

Bilder


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Foto: Illustration: Götz Wiedenroth


Foto: Stefanie Beermann