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Ibbenbürener Volkszeitung vom 17.05.2013

Mitstreiter und Spender gesucht

Bürgerstiftung Tecklenburger Land: Auf neuen Vorstand warten Herausforderungen

von Claus Kossag

IBBENBÜREN. Ob scheidender oder neuer Vorstand, das gab es während der Jahresversammlung der Bürgerstiftung Tecklenburger Land unisono: Die Stiftung ist mangels Zuschussgeber und wegen der aktuellen Zinsentwicklung künftig mehr denn je auf Spenden angewiesen. Aber die Verantwortlichen zeigten sich angesichts vieler engagierten Stifter und eines guten Netzwerkes zuversichtlich, auch künftig Menschen in schwierigen Lebenslagen helfen zu können – vor allem Kindern und Jugendlichen.

Wie berichtet, lösten Mittwochabend Anke Rieping (Ibbenbüren, Vorsitzende) und Ewald Beermann (Riesenbeck, Stellvertreter) den langjährigen Vorsitzenden German Rieping und Maria-Luise Lahme an der Spitze der Bürgerstiftung ab. German Rieping und Maria-Luise Lahme gehören zu den 53 Bürgern, die die Stiftung im Jahr 2000 gründeten. Heute gibt es 191 Stifter.

In seinem Rechenschaftsbericht erklärte Rieping, die Bürgerstiftung habe seit 13 Jahren „soziale Kompetenz bewiesen“. Die Konzentration liege auf frühzeitigen Hilfen für Kinder und Jugendliche und für deren Bildung. Als Leuchtturmprojekte nannte Rieping „Alt für Jung“, „Wir für Kinder“ und „Jung für Alt“ (Freiwilliges Soziales Jahr). Das gebundene Kapital der Stiftung beträgt rund 638 000 Euro. Daraus werden Zinserträge erwirtschaftet. Darüber hinaus berichtete der langjährige Vorsitzende von einem „variablen Eigenkapital“ in Höhe von 96 575 Euro.

Maria-Luise Lahme zeigte die Leistungen der Stiftung 2012 auf. 49 900 Euro flossen in die drei Leuchtturmprojekte. 8700 Euro flossen für Einzelfallhilfen. Hier sprang die Stiftung bei Schicksalschlägen und schwierigen Situationen kurzfristig mit Beträgen von 50 bis 700 Euro ein.

Schatzmeister Heinz-Josef Rehers war enttäuscht, dass der Sparer, also auch die Bürgerstiftung, Eurokrise und Staatsverschuldungen mitbezahle. Da er für den Zinsbereich mittelfristig wenig optimistisch sei, werde die Stiftung mehr denn je auf Spenden angewiesen sein. Mut mache ihm allerdings das gestiegene Spendenaufkommen 2012. „Das zeigt, dass die Bürgerstiftung anerkannt ist.“ Leider müsse die Stiftung die Projektarbeit zurückfahren, weil Fördermittel, zum Beispiel der Bundesagentur für Arbeit, nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die neue Vorsitzende Anke Rieping appellierte an die Stifter, angesichts der wenig rosigen Zeiten für die Sache zu werben und neue Stifter und Sponsoren zu akquirieren. Als neues Projekt soll „Wir stiften Zukunft“ aus der Taufe gehoben werden. In Kooperation mit Bildungseinrichtungen, Vereinen und Organisationen soll ein Netzwerk errichtet werden, das sich um die Förderung von kleinen Projekten für Kinder und Jugendliche kümmert. Darin eingebunden werden sollen auch die ehrenamtlichen Coaches, denen noch einmal besonders gedankt wurde. Einige von ihnen sind selber Stifter. Anke Rieping: „Wir brauchen sie als Multiplikatoren.“

German Rieping und Maria-Luise Lahme dankte die neue Vorsitzende für „unermüdlichen Einsatz“. Heinz-Josef Rehers sagte, sie hätten maßgeblich Anteil am „Bau des Schiffes Bürgerstiftung“, das sie 13 Jahre sicher steuerten. Und Mitbegründer Klemens Müer meinte, sie seien ein „Glücksfall“ für die Stiftung. Die scheidenden Vorstände erklärten, es ihrerseits als Glück empfunden zu haben, sich für die Sache einzusetzen.

„Wir können es uns nicht leisten, die Kinder in der Zukunft zu vernachlässigen.“


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Foto: Claus Kossag